Rund um Internetforen

Internet- und Diskussionsforen – Blogparade

Internetforen - Diskussionsforen

Wie ich hier und an andren Stellen öfter die Meinung vertrete, sind Diskussionsforen so schnell nicht tot zu kriegen. Sie haben ihren Platz im Netz und werden ihn auch noch lange behalten. Trotz Social Media und andere Plattformen. Warum? Auch, weil sie trotz mancher Widrigkeiten Spaß machen.

Die möglichen Gründe, warum ein Forum keinen Erfolg hat, habe ich schon mal in einem Beitrag erörtert. Und ich habe mich natürlich auch schon mal gefragt: Haben Foren noch einen Nutzen und ein Zukunft?

Der Internetblogger Alexander hat nun eine Blogparade initiiert, wo der Frage nach der Daseinsberechtigung nachgegangen werden kann, und man sich über Diskussionsforen mal so seine Gedanken machen kann.

Blogparade: Diskussionsforen im Internet

Die ein oder andre Frage greife ich mal mit auf.

Was haltet ihr von Diskussionsforen allgemein? Haben die Foren noch ihre Daseinsberechtigung?

Diskussionsforen haben genauso ihre Daseinsberechtigung, wie alle anderen Webprojekte auch.

Wer darf richten und sagen, dies und jenes soll nicht sein? Wenn man persönlich entscheidet, dass ein Forum nicht passt, ist das OK. Ich halte bsp. nicht all zu viel von Facebook, und entsage mich der Nutzung. Viele andere Menschen finden es aber das Non plus ultra. Sie deswegen zu „verurteilen“ liegt mir aber völlig fern. Es ist OK, was ein anderer für sich entscheidet.

Ich persönlich achte schon darauf, dass meine realen sozialen Kontakte Überhand behalten. Ist eine persönlich Entscheidung, die sich mit meiner Leidenschaft für Foren und Blogs auch verträgt. Wie bei allem im Leben, ist es eine Frage der individuellen Dosierung. Ob es damit zusammen hängt, dass ich ohne Internet und PC groß wurde (gab es einfach noch nicht) Wer weiß. Ich denk es ist grundsätzlich eine ganz persönliche Entscheidung.

was-ist-ein-forum

Ich halte von Diskussionsforen viel. Und damit befasse ich mich ja auch immer wieder mal. Hätte ich sonst diesen Blog?

Vorweg seien mal die Selbsthilfeforen genannt. Kritiker könnten jetzt sagen, ja aber da bekommt man doch bestimmt viel Unnützes zu hören. Ganz sicher bekommt man in solchen Foren auch falsche Ratschläge zu hören.

Ich finde, dass solche Foren auch weniger von Ratschlägen leben (sollten), sondern von den Erfahrungen derer, die eine Krankheit oder ein gesundheitliches Problem schon länger haben, und damit umzugehen wissen.Der Austausch mit „Leidens“genossen allein kann schon helfen und trösten. Ein weiterer Vorteil solcher Foren ist, dass sie 24/7 geöffnet haben. Und dass man in größeren Foren viel mehr Stimmen und Meinungen bekommt, als in einer realen Selbsthilfegruppe. Sie sind ein prima Ergänzung.

Aber solche Foren können und dürfen m.E. niemals einen Arzt oder Therapeuten ersetzen.

Im Grunde ist es auch bei Themenforen ähnlich. Sind sie fundiert, bekommt man ein viel breiteres Meinungsbild und Tipps, als man sie im realen Leben jemals bekommen könnte. Seien das Gartenforen, Autoforen, Bloggerforen oder Foren in denen sich Shopbetreiber austauschen können.

Auch allgemeine Foren haben unbedingt ihren Nutzen. Der Trend geht heute – vielleicht auch zwangsläufig – zu kleineren Gemeinschaften. Und die Betonung liegt hier auf Gemeinschaft. Ich kenne Foren, da treffen sich auch ältere Menschen, die ihren Partner verloren haben, und dazu noch krank sind. Die nicht mehr so mobil sind. Solche Menschen können weniger reale Kontakte pflegen und sie setzen mehr auf die virtuellen. Das sind Menschen, die mit 60, 65 oder 70 Jahren > noch den Rechner und das Internet kennen lernen.

Es ist doch total super, dass ihnen eine Möglichkeit geboten wird, eben Kontakte zu pflegen, und sei es (zwangsläufig) auch nur virtuelle. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade ältere und kranke Menschen sehr dankbar für solche Diskussions- und Unterhaltungs-Plattformen sind, und seien sie auch klein(er). Einfach mal miteinander quatschen, blödeln, oder sich trösten zu können bedeutet ihnen nicht selten sehr sehr viel.

Alles hat seine Zeit. Es ist Zeit für ernste Gespräche beim Arzt oder beim Therapeuten, es ist aber auch mal Zeit für fröhliche Plaudereien über den ganz normalen Wahnsinn im Alltag. Was allerdings nicht so schön ist, und das habe ich eben noch mit Rainer bequatscht, ist in der Tat, wenn in Fachforen fachliche Themen zu sehr ins Off-Topic-Gequatsche ausarten. Hab das etwas falsch aufgenommen, und Rainer sieht mir das hoffentlich nach.

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Natürlich sehe ich das Thema Foren auch mit einem kritischen Auge. Es mag sein, dass es teilweise auch zu viele Foren (Forenschwemme) gibt. Es ist auch so, dass es heute vielleicht zu leicht ist ein Forum zu eröffnen. Da kommt es mittlerweile sehr häufig vor, dass aus der ersten Euphorie ein Forum eröffnet wird (kostet ja nichts) um mal Administrator sein zu können, und dann kommt schnell die Erkenntnis, dass dies ja auch mit Arbeit, Mühe und Engagement verbunden ist.

Und dass User nicht wie von selbst vom Himmel fallen. Man muss was dafür tun. Ein Forum kann für den Admin zum Selbstläufer werden. Kann. Aber das passiert nicht von heute auf morgen. Ein gutes Forum muss reifen, es braucht Zeit, und es braucht langen Atem und Ausdauer. Es braucht stetige Betreuung. Dies wollen aber einige nicht investieren und das wird leider nicht immer im Vorfeld bedacht.

Manchmal denke ich, Ok, die oder der würde sich besser einem bereits bestehendem Forum anschließen, aber ich vertrete ja auch die Meinung, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen soll, und verurteile es daher auch nicht. Ein weiterer Trend, der (auch) bei jüngeren Admins zu beobachten ist: man betreibt mehrere Foren gleichzeitig. Das mag bei manchen gelingen, in den meisten Fällen dürfte diese Vorgehensweise aber suboptimal sein. Erst recht, wenn die Erfahrungen noch nicht so ausgeprägt sind. Wäre es nicht besser, sich auf ein zwei Projekte zu konzentrieren?

Wie kann man ein Forum an den Mann und die Frau bringen? Welcher Strategie muss man dabei folgen?

Nun, es gibt einige Strategien und manches, was man im Vorfeld beachten könnte. Als aller erstes stehen die Inhalte. Kein Mensch im Internet wartet auf unser Forum, daher sollten wir schon das ein oder andre zu bieten haben.

blogparaden1Das Grundgerüst sollte mit einigen Basis-Beiträgen schon stehen, bevor man sich daran macht, das Forum bekannt zu machen. Je nach fachlicher Ausrichtung des Forums kann man sich sicher auch in anderen Boards oder Blogs einbringen, und sich mit sinnvollen Kommentaren oder Beiträgen empfehlen. Bitte vorher beachten, ob dies (gerade in Foren) gewollt ist. Man will ja sicher nicht als „Spammer in die Annalen der Forengeschichte eingehen.

Auch, wenn Linkmethoden von einst heute nicht mehr so greifen, und manche vielleicht auch schaden, halte ich Themen-Verzeichnisse für ein probates Mittel. Es gibt auch einige Foren, die das Vorstellen einer Seite oder eines Forums anbieten. Da sollte man sich aber auch im Vorfeld erkundigen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. In großen Foren, wie beispielsweise dem Homepage-Forum ist es auch ratsam, ein dickes Fell mit zu bringen. Sprich kritikfähig zu sein. Gegen konstruktive Kritik spricht übrigens auch nichts, denn sie kann einem durchaus weiter helfen. Sinnlose Kritik sollte man einfach „abhaken“.

Wie kann die Zukunft der Foren in ein paar Jahren aussehen?

Vielleicht vermischen sich Foren noch mehr mit anderen Angeboten wie Blogs und sozialen Kanälen. Das Forum als solches sehe ich in den nächsten ? 30 > Jahren nicht als gefährdet an. Es wird da immer engagierte Individualisten geben, und auch die Zahl derer, die es nutzen wird sich nicht verflüchtigen.

Foren sind jederzeit geöffnet, und aus einer Vielzahl an Meinungen kann man sich das für sich richtige herausfiltern. Vermutlich werden sie technisch ausgereifter. Mehr Audio, mehr Video, aber ob das der wahre Forianer möchte, wage ich mal zu bezweifeln. Eventuell werden durch technische Neuerungen Tutorials und Nachrichten oder Hilfen leichter verständlich. Hier und da wäre es wünschenswert.

So, nun ist der Beitrag zu: Die Blogparade – Internet- und Diskussionsforen fast ein halber Roman geworden, aber ich hätte noch mehr schreiben können. Zum Schluss möchte ich noch mal zwei Phrasen (gern verwendete Sätze in Foren) erwähnen, die ich persönlich „hasse, wie die Pest“. Ich weiß, andere sehen es auch anders, sonst kämen diese Phrasen ja nicht recht häufig:

„…benutze die Suchfunktion“
„…die Lösung findest Du bei Google“

Bemerkung: Ja, sicher findet man etwas bei Google. Aber warum betreibt man ein Forum zu einem Thema, wenn man die User dann weg schickt, wenn sie etwas fragen?

Ich lade Euch natürlich sehr herzlich ein mir zu diesem Thema Eure Meinung zu geigen.

Wie seht ihr das Thema Foren?
Sind sie out?
Sterben sie bald?
Oder bleiben sie uns noch lange erhalten?

1 Kommentar

Ich freue mich auf und über Kommentare