Alltägliches

Entschleunigung – sachtes Tempo gegen Stress und Hektik

Sehr viele von uns Menschen fühlen sich gestresst, getrieben, gehetzt. Im Inneren herrscht viel Unruhe. Zeit über eine Drosselung des Tempos nachzudenken. Manch einer sollte sogar die Notbremse ziehen, um im alltäglichen Leben, gesund, zufrieden und entspannt zu sein. Das Zauberwort heißt, Entschleunigung.

Ein Alltag unter Zeitdruck

Unsere Welt, unser Leben lassen uns relativ wenig Zeit zum Durchatmen. Vieles verlangt uns unsere (volle) Aufmerksamkeit ab. Familie, Freunde, Verabredungen, Computer, Internet, soziale Netzwerke u.s.w., Fernseher, Radio, Smartphones, der Job, die Kollegen, Meetings und Sitzungen. Man möchte schließlich nichts ?wichtiges? verpassen. Mitmachen möchte man auch überall. Wenn möglich auch das ein oder andere zeitgleich. Wir wollen schließlich mitreden können. Keine Schwäche zeigen. Wir stehen oft gewaltig unter Strom.

Da empfiehlt es sich im eigenen Interesse, der privaten und dienstlichen „Raserei“ entgegenzusteuern. Der Begriff  Entschleunigung zaubert, weil er sich etwas weniger negativ anfühlt, als Verlangsamung. Man will ja nicht durch Faulheit glänzen und unproduktiv werden. Man könnte einiges verlangsamen, ohne es zum Stillstand zu bringen.

Sich in unserer schnelllebigen rasanten Zeit etwas mehr Ruhe, Entspannung und Genuss zu erlauben, scheint nur schwer möglich. Vielleicht wird man ja als Weichei angesehen, weil man das Tempo nicht mitfahren kann möchte. Leider denken manche Zeitgenossen aber so. Der gesellschaftliche Druck ist oft groß. Man könnte meinen, dass derjenige etwas falsch macht, der sich Zeit für Muße nimmt. Sind nicht Menschen angesehener, die pausenlos mit dem Smartphone hantieren. Und deren Smartphone sie von Termin zu Termin treibt. Denen viele Termine am Tag nichts ausmachen. Übrigens nicht nur dienstlich.

Der höhere Mensch hat Seelenruhe und Gelassenheit,
der gewöhnliche ist stets voller Unruhe und Aufregung. Konfuzius  (551 – 479 v. Chr.)

Wir treten zu oft und zu kräftig aufs Gas

Schon beim Frühstück spult sich unser Beschleunigungs-Repertoire ab.

  • Schnell die Pausenbrote für die Kinder machen
  • Checken, was es an Besonderheiten gibt.
  • Sie wollen Abends auch noch zum Training gefahren werden
  • Selber einen Kaffee und einen Toast im Stehen
  • Schnell mal schauen, was möglicherweise an Mails gekommen  ist
  • Mit einem Auge schaut man auch im Frühstücksfernsehen, was es Neues in der Welt gibt
  • Das andere Auge schaut, ob die Kinder soweit sind, um in die Schule gefahren zu werden
  • Man selbst muss schließlich auch zur Arbeit.

Das geht fast den ganzen Tag so weiter.

  • Hetzt an seinen Schreibtisch und arbeitet sein Programm ab. Als wenn das nicht genug wäre, muss man einen Teil eines Kollegen mitmachen, da dieser sich krank gemeldet hat. Der Chef hat auch noch eine Extra Aufgabe, die doch sicher noch in den Ablauf eingeplant werden kann.  Die Mittagspause beschränkt sich auf ein Brötchen und einen Kaffee im Büro, um schnell weiter arbeiten zu können.
  • Nachdem wir ein Stündchen länger gearbeitet haben, eilen wir nach Hause um die Kinder einzuladen und zum Sport zu fahren. Vorher werden noch schnell die WhatsApp Posts beantwortet und geschaut, ob es was in den Netzwerken zu beantworten gilt. Man will ja seine zahlreichen „Freunde“ nicht verprellen. Die wollen möglichst sofort eine Antwort.
  • Telefoniert wird beim Gehen, mit Tablet/Smartphone in der Hand.
  • Den Arzttermin, der heute eigentlich anstand konnte auf nächste Woche verlegt werden.
  • Schnell das Abendessen einnehmen, Nachrichten schauen, vielleicht auch noch einen Film auf dem Sofa schauen. Zwischendurch noch die aktuellen Probleme wälzen.
  • Ab ins Bett, aber selbst da kommt man nicht sofort zur Ruhe, weil die Gedanken schon um die Vorbereitungen für den kommenden Tag kreiseln. Der ist nämlich auch von morgens bis abends durchgetaktet.

Nach solchen Tagen fühlt man sich Abends geschafft. Man ist kaputt. Von Erfüllung keine Spur. Man hat den Tag nicht erlebt, sondern lediglich sein Programm abgespult.

Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selber ist. Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 – 1900)

Druck von außen oder hausgemacht?

Manches, was uns unter Druck setzt und hetzt, ist schwer zu entkräften, weil es beruflich ist. Es ist aber auch nicht unmöglich. Wer aber sehr viel arbeitet, der ist am Ende des Tages höchstwahrscheinlich nicht effektiv. Wer immer früher im Büro ist, der ist möglicherweise noch nicht fit. Er macht dann vieles, aber nicht effektiv arbeiten. Niemand hat die Energie, den ganzen Tag oder Woche mit Volldampf zu arbeiten. Vielleicht mit chemischen Hilfsmitteln, von denen aber dringend abzuraten ist.

Ein großer Teil des Zeitdrucks ist hausgemacht. Wir treten selbst in die Falle des (Mythos) Multitaskings, obwohl das weder effizient, noch effektiv ist. Obwohl es weder erfolgreich, noch glücklich macht. Erwin Koch, ein deutscher Aphoristiker stellte mal so trefflich fest: „Multitasking heißt, viele Dinge auf einmal zu vermasseln„. Wir geben immer mehr Gas, statt mal auf die Bremse zu treten. Das geht vielleicht eine Weile gut. Wer sich aber ständig selbst unter Druck setzt, wird möglicherweise dafür bestraft. Es besteht die große Gefahr, dass der Körper und/oder der Geist irgendwann nicht mehr mitmacht. Folgen können Burnout und andere körperliche Beschwerden sein. Im schlimmen Fall streikt das Herz oder das Gehirn und man erleidet einen Infarkt.

Entschleunigung bedeutet nicht, faul und unfähig zu sein. Es heißt auch nicht, den ganzen Tag auf einer Blümchenwiese zu sitzen.

Es bedeutet, auf sich und seine Gesundheit zu achten. Davon können dann auch andere profitieren. Es bedeutet, im eigenen Tempo bewusster zu leben, ohne sich von anderen zu viel Druck machen zu lassen.

Motor drosseln, achtsam sein

Stress wird individuell unterschiedlich empfunden. Was für den einen Stress ist, sieht der andere als interessante Herausforderung. Wer immer volle Pulle auf Hochtouren fährt, dem unterlaufen auch Fehler. Privat und beruflich. Weil wir nur ja nichts versäumen wollen, sind wir gerne schon mal zehn Schritte voraus in der Zukunft. Problem: Uns entgeht unter Umständen das, was gegenwärtig los ist.

Was kann man tun?

Eines sollte sicher sein. Immer so weitermachen wie gewohnt und erwarten, dass es sicher mal besser wird, wird nicht erfolgreich sein. Entschleunigung wird auch nicht von alleine all unsere Probleme lösen. Sie kann aber helfen, manches klarer zu sehen, um eine Lösung zu finden. Sie kann helfen, mit mehr Kraft an die Problembewältigung zu gehen.

Wenn wir wirklich lebendig sind, ist alles, was wir tun oder spüren, ein Wunder. Achtsamkeit zu üben bedeutet, zum Leben im gegenwärtigen Augenblick zurückzukehren. Thich Nhat Hanh

Jeder hat so seine individuellen Verhaltensweisen. So gibt es auch verschiedene Dinge, mit denen man zur Entspannung kommt. Gut, einige Tipps kann man schon „allgemein“ geben. Ständige (24/7) Erreichbarkeit muss sicher nicht sein. Wir haben die Wahl das Handy mal eine Weile zur Seite zu legen, und beispielsweise E-Mails nur einmal am Tag, zu einer festen Zeit, zu bearbeiten.

Wer entschleunigen möchte, entschließt sich – für sein Lebensglück – etwas zu ändern.  Er beschließt, achtsam zu sein, sich auf sich zu konzentrieren, mal abzuschalten. Wie gesagt, ist es im beruflichen Umfeld oft nicht so einfach, wenn auch nicht gänzlich unmöglich. Da kann jeder nur für sich entscheiden, ob man versuchen kann, weniger Überstunden zu machen und Pausen konsequent einzuhalten. Man könnte im Kopf und Kalender Ordnung schaffen. Eine gute Terminplanung schafft Freiräume.

Man kann nicht alles auf einmal machen. Es ist sinnvoller das, was man gerade tut, zu genießen. Jeder kann schauen, was ihm gut tut, ihn wieder erdet.

  • Ein Ausflug mit seinen Lieben
  • im Garten relaxen
  • ein Buch lesen
  • ein Hobby
  • Ein Abendessen mit der Familie ohne Fernseher, Radio und Handy
  • ein Spaziergang im Wald
  • Jeden Tag etwas Zeit nehmen für Dinge, die uns Freude machen.

Achtsamkeit heißt, sorgsam mit Körper und Geist umzugehen und auf deren Gesundheit zu schauen.

Fazit

Achtsamkeit und Entschleunigung geben uns Kraft, unsere Aufgaben und Pflichten gut zu erledigen. Sie geben uns Kraft für unseren Beruf. Wer achtsam ist,  tankt innere Ruhe. Wir werden stärker und widerstandsfähiger, wenn wir lernen, angemessen auf die Bremse zu treten.

Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von neuem beginnen (Buddha)

Ich hatte übrigens im Rahmen des WebmasterFriday schon mal etwas dazu geschrieben. Leider ist mir der Artikel aber verlustig gegangen, daher entstand dieser neue Beitrag.

Empfindet Ihr immer größeren Stress? Nachrichtenflut?
Habt Ihr Strategien, wie Ihr dem begegnet?
Lässt Euch das alles cool?

Ich freue mich auf Eure Meinung zu diesem Thema und lade sehr herzlich zum kommentieren und diskutieren ein.

(Visited 280 times, 1 visits today)

22 Kommentare

  • Hallo Hans
    stimmt. Im Berufsleben werden wir uns gegen Stress nicht wehren können. Auf keinen Fall so, wie es wünschenswert wäre. Die Pausen einhalten sollte aber wichtig sein. Auch wenn es Chefs vileicht nicht gerne sehen. Ich halte mir den Sonntag frei, was PC angeht und Handy wird auf whatsapp beschränkt. Das geht auch mal. In der Woche verzichte ich aber gar nicht. Bin da ein Handy- und Internetjunkie.

    • Hallo Henri,

      danke herzlich für Deinen Kommentar. Es wird sicher Chefs geben, die ihre Mitarbeiter gerne pausenlos sähen. Ich denke aber, dass die Mehrheit schon anders tickt. Jedenfalls will ich das hoffen.

      HG Hans

  • Hey Hans,
    sehr guter Beitrag! Es stellt in der Tat eine Herausfprderung dar, in der heutigen Zeit NICHT der Hektik und dem Stress zu verfallen. Ich war selbst betroffen und habe mich jeden Tag gepusht, getreu dem Motto: höher, schneller, weiter…
    Das kann man schon mal eine Zeit lang machen, doch wenn man merkt, der Akku wird langsam leer (keine Motivation, schlechte Laune, schlechte Schlafqualität etc.), sollte man dann spätestens auf die Bremse treten!
    Seit einiger Zeit lebe ich nach dem Motto:

    „Less is more!“

    Und was soll ich sagen? Es funktioniert grandios und ist geil!
    Probiert es einmal aus. Holt euch ein, zwei Bücher zu dem Thema und ihr werdet in eine neue Welt eintauche. 🙂

    Beste Grüße!
    Burkhard

    • Hallo Burkhard,

      danke für deinen Standpunkt.
      Wenn man noch rechtzeitig bemerkt, dass der Akku zu Neige geht und ihn gar nicht erst völlig entleert, ist das ja in Ordnung. Freue mich für jeden, dem dies gelingt.

      HG Hans

  • Hallo Hans,

    es ist immer gut und wichtig, sich gelegentlich eine Auszeit zu nehmen. Das Tablet, das Handy oder der PC bestimmen unsere Welt dermaßen, dass es nicht mehr schön ist.
    Bei diesem: „Ständig erreichbar sein wollen“ – oder auch müssen liegt meines Erachtens die Krux.
    Informationen werden immer kürzer und das Verständnis immer geringer.

    … ich denke die Zeit, in der die Menschen nicht mehr in der Lage sind, vollständige Zusammenhänge zu erfassen, liegt nicht mehr in der Ferne

    • Hallo ingo,

      schön dich zu lesen. Danke für deinen Kommentar.

      Das wollen wir doch nicht hoffen, dass die Zusammenhangerfassung bald den Bach runter geht.

      LG Hans

  • Hallo Hans,
    heute habe ich es zu dir geschafft, weil eine neue Kommentare-Runde stattfindet. Das freut mich riesig, dich wieder zu besuchen. Also ich hatte früher im Ausland sehr viel Stress auf Arbeit. Jeder Kollege hat den anderen angetrieben und immer mehr und mehr erledigen. So etwas geht nicht gut und ins Ausland will ich auch nicht mehr, zumindest beruflich. Heutzutage bin ich wesentlich entspannter, sehe Rostock als meine zweite Heimat nach Russland an und möchte hier sesshaft werden.

    Online, auch wenn ich oft permanent online bin, weil der Rechner läuft, heisst es nicht, ich bin sofort erreichbar und stehe zur Verfügung. Natürlich möchte man etwas professionell machen und auf die eine oder die andere Mail sofort antworten. Aber wenn es sich nicht anders einrichten lässt, wird es so sein. Dann kann man eben später die Mail beantworten.

    Ich stehe ja nicht unter Druck beim Bloggen, poste aber täglich bis mehrmals täglich, weil mehrere Blogs. Dennoch alles chillig und sehr entspannt mache ich meine Kommentarerunde. Wenn dann bis zu 5 Stunden pro Runde verstrichen sind, ist es in Ordnung für mich und ich habe etwas gewonnen, nämlich den Austausch unter Gleichgesinnten, was sehr viel Wert für mich ist und schon immer war.

    Beruflich hatte ich mehr Stress als privat, aber heute sichte ich es beruflich so, dass ich nicht mehr als ein anderer Kollege machen muss. Die Woche hat 5-6 Arbeitstage und du brauchst Energie für die ganze Woche und nicht extrem viel an einem Tag machen. Das muss man sich immer vor Augen halten. Alles Geld kannst du auch nicht verdienen. Daher trete ich auch schon mal auf die Bremse.

    • Hallo Alex,

      schön, dass Du wieder mal hier vorbeischaust. Danke dafür und deinen Kommentar.

      Sich dem Stress auf der Arbeit zu entziehen ist – gerade auch in der heutigen Zeit – sehr sehr schwierig. Viele haben viel zu viel Angst um ihren Arbeitsplatz. Bleibt also oft nur, wenigstens die Pausen einzuhalten und sie möglichst zu nutzen. Wer motiviert und produktiv arbeiten soll/möchte, der braucht auch Pausen.

      Wer mit Freude bloggt – geht mir ja auch so – der wird das natürlich weniger als Stress empfinden. Ich glaube aber, dass es der Motivation und der Produktivität auch hier gut tut, sich mal den Kopf freizupusten.

      Wenn jemand Arbeit mit allem Drum und Dran nicht als Stress empfindet, ist das ja gut. Das Stressempfinden ist ja individuell. Leider stellt sich aber auch immer wieder mal heraus, dass der Körper das Tempo nicht mitgehen kann.

      Geld und den Lebensunterhalt verdienen muss natürlich sein. Nur kann man sich – mit allem Geld der Welt, keine Gesundheit kaufen. Eine abgedroschene, aber wahre Lebensweisheit.

      Ein schönes Wochenende und viel Spaß bei allen Vorhaben.

  • Hallo Hans!

    Ein sehr treffender und guter Beitrag! Ich sehe die Situation ganz ähnlich.

    Es sollte wieder mehr auf Menschlichkeit im Umgang miteinander gesetzt werden – auch das wäre schon mal ein positives Entgegenwirken zum ganzen Alltagsstress. Wenn dann noch das Smartphone in der Tasche bleibt und man wieder ehrlich miteinander spricht könnte das meiner Meinung nach ein guter Ansatz sein.
    Auf der Arbeit lässt sich Hektik natürlich nie ganz vermeiden weil selbstverständlich auch ein gewisser Wettbewerbsdruck herrscht – übertreiben sollte man es trotz allem nicht.

    Ich höre inzwischen auch einmal öfter am Tag auf meinen Körper und es fühlt sich richtig an.
    Danke für den Beitrag – er passt sehr gut in die Zeit.

    Liebe Grüße, Martin

    • Hallo Martin,

      danke herzlich für den Kommentar.
      Ich freue mich natürlich sehr, dass der Beitrag deine Zustimmung findet.

      Überhaupt mal auf den Körper zu hören, ist schon ganz viel wertvolles, dass man sich selbst geben kann.

      Lieben Gruß
      Hans

  • Hallo Hans,

    ein guter Artikel der ein wesentliches Problem unserer heutigen Zeit schildert.

    Alles wird immer hektischer und stressig, zu Lasten unserer Gesundheit. Oft merkt man das leider erst, wenn es zu spät ist und der Körper nicht mehr mitmacht. Ich glaube das Stress egal ob von außen oder selbstgemacht ein richtiges großes Problem unserer Gesellschaft geworden ist. Deswegen finde ich Deinen Aufruf zur Entschleunigung wirklich klasse.

    Ich für meinen Teil, stelle mittlerweile mein Handy ab 20.00 Uhr auf lautlos und schalte so viele elektrischen „Ablenker“ aus wie möglich. Die Zeit nutze ich dann lieber für ein gutes Sachbuch oder einen Spaziergang. Seit ich das mache bin ich deutlich entspannter, ich kann es nur empfehlen, man hat einfach mehr Lebensqualität.

    Viele Grüße & eine schönes Wochenende
    Micha

    • Hallo Micha,

      danke herzlich für dein Feedback.
      Abends spazieren gehen oder ein Buch lesen ist in der Tat deutlich gesünder, als ständig online zur Verfügung stehen zu müssen.

      Wünsche dir auch ein gutes Wochenende.

      HG Hans

  • Hallo Hans ,

    ein wirklich ernstzunehmendes Problemfeld, was du in dem Artikel ansprichst. Vorallem die Smartphones können einen schnell in ein eigens gebautes, gläsernes Gefängnis stecken unter dem Deckmantel der Flexibilität. Ich selber habe manchmal das Gefühl, ich sei besessen davon und von der realen Welt komplett isoliert. Man sollte wirklich mehr Zeit für sich nehmen und sich von der digitalen Welt distanzieren. Meditieren, Bücher lesen, mit der Familie und den Freunden mehr Zeit verbringen, das sind die Dinge, die dem Körper und Geist gut tun.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag:)

    Markus

    • Servus Markus,

      da tut man gut daran, sich nicht völlig zu isolieren. Wäre ja schade um die reale Welt.
      Danke für dein Feedback.

      HG Hans

  • Was bringt uns die Zeit, die wir in unsere Arbeit stecken, wenn wir nie leben. Wir hetzen von einem Termin zum anderen und lassen uns von unseren Verpflichtungen leiten. Ist das dann noch ein selbstbestimmtes Leben?
    LG
    Faba

  • Hallo Hans,
    danke für diesen wertvollen Beitrag. Du hast mir wirklich zu Denken gegeben.
    Manchmal weiß ich vor Stress gar nicht mehr wer ich bin. Diese Hetzerei kann auf Dauer nicht gesund sein, so wird man doch nicht alt. Ich werde nun versuchen aus einigen Dingen das Tempo zu nehmen und mir öfter eine Auszeit zu gönnen.

    LG Reinhold

  • Oh,noch einen interesanten Artikel gefunden.
    Tja,es ist leicht wenn andere einem sagen,das man vieles lockerer nehmen ,sich zurücknehmen soll.
    Quasi sich zu entschleunigen,list sich alles sehr nett aber die Realität sieht doch anders aus.
    Ich bin bewußt seit 10 Jahren Handy frei,bzw habe nur ein Notfallhandy,was jedoch zu 99% ausgeschaltet ist.Bisher habe ich mich auch erfolgreich gegen 24 Std. Mitarbeiterhandy gewehrt,was mich jedoch nicht zum Liebling der Arbeitgeber macht.

    Auch trage ich keine Uhr.
    Ich sehe auch die Uhr wenn ich Zuhause losfahre und weiß wielange ich wohin benötige und plane dies auch demensprechend ein.Ein zu spät kommen gibts bei mir trotzdem nicht.

    Und trotzdem ist mein Nervenkostüm am Ende.
    Die einem auferlegte Belastung steigt steigt und steigt und ich bin ein Kopfmensch,der sich tage-nächtelang den Kopf macht,nicht abschalten kann und immer unter Strom steht.
    Und das schon seit Jahrzehnten,das zerrt an einem.

    Wie genre denke ich an meine Azubi Zeit zurück,man war arbeiten-teils auch länger,danach zu den Kumpels oder zur Freunding,man war immer auf Tour.
    Und ich war damals sowas von tiefenentspannt.

    Diese Zeit wünsche ich mir zurück.

    Derzeit ist mein Nervenkostüm durch berufliche und private Ärgernisse zu angespannt und bedauerlichereise kommt jede Woche noch ein Klops hinzu.
    Das ist was ,was einen grübeln lässt,aber nicht im positiven Sinne.

    So wie es mir ergeht,ergeht es auch vielen vielen anderen.
    Ich bin doch kein Einzelfall.
    3 Wochen Urlaub sind da keine Lösung.

    Daher meine ist,das das ganze System krankt.
    Wenn „normale“ Menschen durch Stress,berufliche und private Umstände mehr und mehr unter Druck geraten und man selber keine Chance hat mal runterzukommen.

    Früher habe ich über Leute gelacht,die gesagt haben,früher war alles besser,inzwischen sehe ich das anders.
    In den 80er Jahren bin ich entspannter zur Arbeit und von der Arbeit wieder nach Hause gegangen.Warum ging das früher und heute nicht mehr ?

    • Hallo Bertram,

      danke für deinen Kommentar und deine Ansicht.

      In den Zeiten meiner Ausbildung und der Jungessellenjahre danach, war ich auch noch unbekümmerter. Ich hab vieles als nicht so stressig empfunden. Das mag zum einen mit dem Alter und der Unverbrauchtheit zu tun gehabt haben, zum anderen damit, dass es Smarty und Co. noch nicht so gab. Ob es früher wirklich besser war? Sagen wir, es war anders.

      Ich hab schon immer sehr viel gearbeitet. Viele Stunden und Wechselschichten. Hat mir lange nichts ausgemacht (dachte ich). Dennoch bin ich überzeugt, dass der Druck zu jener Zeit ein anderer war, als er es heute ist. Heute hab ich den Eindruck, dass das doppelte an Arbeit mit der Hälfte an Personal gestemmt werden soll. Outsourcing, Sparmaßnahmen, Termindruck und und und.

      Wenn sich dann private Probleme dazu gesellen, wirds heikel. Gerade deswegen finde ich es wichtig, sich seine Oasen zu suchen. Auch wenn es erst mal nur ein viertel Stündchen ist. Auch wenn es schwer erscheint. Das – wie du treffend bemerkst – krankende System macht uns sonst schnell selber krank. Ich hab erfahren, wie sich ein Schuss vor den Bug anfühlt. Das wünsche ich keinem.

      Ich wünsche dir, dass du einen guten Weg findest, gut auf dich aufzupassen.

      HG Hans

  • Hi Hans,die wie du schreibst Oase ist jedoch schwer zu finden oder ich habe vergessen wie diese aussieht oder wo ich sie suchen soll.
    Du weißt doch:“den Wald vor lauten Bäumen…“
    Ich selber merke,das ich mit 50+ inzwischen mehr leisten muss als noch mit 25/30,das ergeht vielen so in meinem Umfeld.Auch weil wir die Erfahrung haben,den den jüngeren einfach noch fehlt.Daher muss ich Arbeiten ausführen die vom körperlichen teils nicht mehr machbar sind.
    Was allen AG egal ist.
    Früher war das so gewesen,als Junggeselle habe ich die schweren Arbeiten übernommen,das mußten die Ältern dann nicht tun und man dachte,das wenn man selber Alt wird dies ebenso ist.
    Inzwischen muss ich dieselben schweren Arbeiten ausführen,weil den Jüngeren die Motivation,das Können oder gar die Lust fehlt.
    Ist leider in vielen handwerklichen Bereichen inzwischen üblich.Eine Schande.
    Mitarbeiter werden entlassen und die übrige Belegschaft muss das Arbeitspensum auffangen.
    Der Mist überhaupt ist der Mindestlohn.
    In meiner Berufssparte gab es früher nur Tarif für alle,die jüngeren den Tarif,die älteren und kompetenteren etwas bis einiges mehr.
    Nun gibts in meinem Beruf den Mindestlohn für alle.Was für ein B******.
    Ich soll hart arbeiten,für viel weniger und dann noch motiviert zur Arbeit kommen.
    Der Stresslevel steigt auch,weil ich mit weniger Geld über die Runden kommen muss.
    Ich kann froh sein,das in meinem Beruf der Mindestlohn über den 8,50 Euro liegt.Aber trotzdem,das sind einige 100 Euro weniger,der AG begründen das mit den steigenden Kosten,arbeiten aber im Gegensatz zu den Chefs in den 80ern nicht mehr mit und fahren stattdessen ihren Porsche oder SUV spazieren.
    Es krankt gewaltig.
    Harz4 und Mindestlohn sind modernes Sklaventum.

    Was mir auch auffällt,Firmen suchen mal einen oder 2-3 neue Mitarbeiter.Was schon selten ist.
    Wenn aber Entlassugen anstehen,gehen direkt Dutzende,Hunderte oder in reichtig großen Firen Tausende.Das ist nicht wieder aufzufangen.Aber wir haben ja SOWENIG Arbeitslose,schön rechnen ist so einfach.

    Der Satz mit dem Schuss vor den Bug gefällt mir.
    Momentan bekomme ich einen Schuss hinter dem anderen und wie du schreibst das wünscht man keinem.
    Nach Außen lächelt man und innerlich…will ich garnicht näher ausführen.
    Lösungen dafür gibts keine,außer die Entgültige.

    Einen Weg zu finden,da bin ich gerade dabei.Zuminst ich versuche es.
    Mehr geht ja auch nicht.

    In meinem Bekanntenkreis sind ein bis zwei nach Außten tiefenentspannte dabei.
    Dachte ich bisher immer.
    Tja,bis das man hört das auch die in Therapie wegen Burnout gehen mußten.
    Obwohl die beiden für mich von außen besehen alles richtig gemacht haben.
    Aber jeder von uns ist anders und der Körper reabiert anders auf Belastungen.
    Viele Grüße…

    • Hallöle Bertram,

      der Druck, den man beruflich erfährt, kann wirklich furchtbar sein. Du benennst viele Punkt wie Mindestlohn, Motivation, Entlassungen, mehr Verantwortung, Mehrarbeit, drohender Arbeitsplatzverlust. Das nervt und geht an die Psyche.

      Wir stecken dann aber oft – wie selbstverständlich – noch viel in den Tag rein. Neben, eben dem Beruf die Familie und Freizeitaktivitäten. Wir sind selten in der Lage, anderen oder uns gegenüber auch mal ein klares und „gesundes“ Nein zu sagen. Wir fühlen uns da unter Druck gesetzt, der neben dem Stress, unserem Körper viel abverlangt. Wir verbrauchen da öfter unsere ganzen Reserven. Möglicherweise betreiben wir auch noch weiteren Raubbau mit unserer Gesundheit, Ernähren uns nicht so gut, werfen u.U. Medikamente ein, vielleicht zu viel Alkohol und Rauchen. Wen wundert es, dass das krank machen kann. Aus dem anfänglichen „kaputt sein“ wird dann auch mal der Burnout oder Herzinfarkt.

      Es gibt viele Situationen, wo es nicht leicht, oder unmöglich ist, mal einen Gang runter zu schalten. Wo wir nichts ändern können. Ich denke an den Beruf. Aber auch da kann man versuchen, die Pausen zu nutzen, mal zu verschnaufen. 10 Minuten mal Arbeit Arbeit sein zu lassen, sollte doch drin sein. Gedanklich mal einen Spaziergang auf seiner Oase zu machen und möglicherweise sein Ritual der Ruhe zu haben. Ich hab auch mal gedacht, dass das doch Schmarrn ist. Ich weiß heute aber, dass dem nicht so ist. Diese – scheinbar – kleinen Momente bewirken meiner Erfahrung nach mehr als ich mal dachte.

      Ich denke, wenn die Freizeit stressig zu werden droht, dann läuft was falsch. Freizeit heißt freie Zeit zu haben. Natürlich will man zum Kegeln, Freunde besuchen, zum Sport und und und…. All das kann man aber auch haben, wenn man sich immer wieder mal seine persönliche Zeit zum Birne frei pusten einräumt . Mal einige Momente nichts zu tun ist weder unmöglich noch ist es verwerflich. Man ist deswegen nicht faul, sondern man achtet auf sich und seine Gesundheit.

      Ich persönlich kann übrigens gut Löcher in die Natur gucken. Soll heißen, ich setze mich gerne ans Fenster, schau in den Garten und versuche „Probleme auszuschalten. Ich lauf nicht vor ihnen weg, aber in den 15 Minuten lassen sie sich auch nicht ausräumen. Ich erlaube mir immer wieder Momente, in denen ich mal nichts tue.

      Mir ist bewusst, dass ich bei der Lebensfahrt in Höchstgeschwindigkeit nicht mal eben voll in die Eisen gehen kann, aber einige Strecken lassen sich langsamer fahren und regelmäßige Pausen – auch zum Tanken – dürfen auch sein. Pausen zum durchatmen und entspannen. Wie sollen wir Leistung bringen, wenn wir uns nicht mal auf uns besinnen.

      HG Hans

  • Das mit dem Garten kann ich verstehen.
    Hatten wir bis vor kurzem auch gehabt.Einen schön eingerichteten Balkon,mit 45km Fernsicht,Sonnenseite…unsere Oase. Abends wenn Liebelein nach Hause kam,ein Glas Rotwein und ab auf den Balkon.Sehr entspannend.

    Diese Oase ist seit dem 30.10.17 weg.
    Küngigung wegen Eigendarf (auf Dauer kann ich mich gegen den Auszug nicht sperren),1 Jahr habe ich gesucht um diese Wohnung zu bekommen,richtig Geld reingesteckt.Und ? Meine Oase geniest bald ein anderer.
    Und mein Hobby ,was ich zum Ausgleich in einem Zimmer betrieben habe,kann ich die nächsten Jahre auch canceln,da die nächste Wohnung eh nur eine Notlösung und eine Verschlechterung sein dürfte.
    Derzeit wird uns sowas von der Boden unter den Füßen weggezogen……

    Beruflich oder in der Firma mal 10 Minuten durchzuschnaufen ?
    Wo ist das denn möglich.
    Was war auf meinen letzten Arbeitsstellen ? Kontakt mit den Kollegen (ein Gespräch) während der Arbeitszeit verboten .(nicht miteinander rumstehen) Kameras bebobachteten uns,natürlich nur wegen der Sicherheit.Auch privater Kontakt nach Feierabend wurde nicht gesehen und mußte heimlich und weiter weg betrieben werden.Ein Kaffee in der Frühstückspause holen ? Ein Unding.
    Wir haben Frühstück/Mittag durchgemacht und ehe wir zur 2ten Baustelle gefahren sind uns einen Kaffee beim Bäcker geholt,da wurden wir vom Arbeitgeber schon böse angesehen,als wir mit dem Kaffee in der Hand um die Ecke bogen.Da wußten wir,das gibt Abends in der Akte einen Nachtrag.
    In meinen Frühstückspausen und Mittagspausen „durfte“ ich mit einem Brot in der einen und einem Stift in der anderen Baustellen,Stunden,Material und Arbeitsberichte schreiben.Nicht in der Arbeitszeit,da muss ich ja arbeiten.Oder nach Feierabend im Firmenwagen oder Zuhause.
    Und das JEDEN Tag.
    Ich kann dir sagen,in den letzten 2 Jahren habe ich Sachen erleben müssen.

    Und offiziell stimmt sowas ja alles nicht. Uns gehts allen ja sooo gut.

Ich freue mich auf und über Kommentare