Internetforen

Diskussionsforen fördern das persönliche Wohlbefinden

Was sich möglicherweise manche Forenbetreiber längst dachten, wird auch durch die Forschung bekräftigt. Nämlich, dass Internetforen das Wohlbefinden verbessern und das soziale Engagement fördern können. Zeigt sich einmal mehr, dass Diskussionsforen pauschal noch nicht zum alten Internet-Eisen gehören.

Beziehungsweise, dass sie noch nicht ausgedient haben. Auch im Zeitalter sozialer Netzwerke sind sie nicht altmodisch.

Die Fakten

Jedenfalls haben zwei Forscherinnen aus den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien (Dr. Jessica Salvatore, Sweet Briar College, USA) (Dr. Louise Pendry, University of Exeter, GB) in einer Studie nachgewiesen, dass eben Foren das Wohlbefinden des Users und dessen Aktivität im sozialen und realen Leben positiv beeinflussen können. siehe dazu: „Online discussion forums good for well-being“ .

Unterstützung ist gefragt

Die Studienleiterin Dr. Louise Pendry meint, man suche oft in Diskussionsforen nach Lösungen und Antworten für ein Problem. In der Studie wird aufgezeigt, dass Forennutzer nicht nur Antworten und weiterführende Links, sondern auch konkretere Unterstützung wollen. Und da seien im besonderen Menschen angesprochen, die sich über stigmatisierende Themen informieren wollen. Zu diesen Themen zählen beispielsweise psychische Erkrankungen und Probleme, oder Suchtkrankheiten Fragen zur Erziehungsrichtungen zählen ebenfalls dazu..

Aber auch andere Forenmitglieder profitieren von einem konstruktiven Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Mit Gleichgesinnten beispielsweise über Body-Building, Tennis, Golf oder auch die zahlreichen Umweltthemen zu fachsimpeln, sei für viele ein Gewinn. Das berichten die Forscherinnen in der Zeitschrift „Computers in Human Behavior.“

Positive Auswirkungen

Ebenfalls folgerte man, dass sich die Bereitschaft für soziales Engagement im Bereich des Foren-Themas steigere. Je mehr Nutzer sich engagiert in ein Forum einbringen, desto stärker sehe man die Bindung anderer User. Dr. Jessica Salvatore, Sweet Briar College meint: „je mehr sich die Nutzer mit anderen identifizierten, desto größer waren die positiven Auswirkungen, sowohl für die eigene Psyche als auch für das Engagement im realen Leben“.

Es ist nicht zu leugnen, dass durch soziale Netzwerke viele Online-Foren in den letzten Jahren ersetzt wurden. Es zeigt sich aber auch, dass es nach wie vor Menschen gibt, die Foren noch immer regelmäßig nutzen. Als Grund für diese Tatsache gaben die Forscherinnen an, dass Foren noch zu den wenigen Online-Angeboten gehören, die man anonym nutzen könne, wenn man das wolle. In Großbritannien liege der Anteil bei zehn Prozent, in den USA bei 20 Prozent.

Diskussionsforen sind noch gefragt

Ich habe mal nach Zahlen für Deutschland geschaut. 2014 Anzahl der Internetnutzer in Deutschland, die Beiträge in Internetforen oder Blogs lesen: 8,28 Millionen gelegentliche Nutzung und 3,89 Millionen Häufig-Nutzer de. statista.com

Dass man natürlich immer mit wachem Geist surfen und auch bei Beratungen in Foren gut hinsehen sollte , versteht sich ja von selbst. Alles in allem sind Foren aber noch immer eine nützliche Anlaufstelle.

Wie denkt ihr darüber?

16 Kommentare

  • Grundsätzlich finden wir Foren auch toll, weil man im Gegensatz zu Fragen an Freunden, erstens eine ehrliche Antwort erhält und zweitens die Antworten meistens besser/ kompetenter sind.
    Mit etwas Glück entwickelt sich eine gute Diskussion von der alle Beteiligten profitieren. Somit macht es Sinn auch in Foren Fragen zu stellen. Und weil man nicht nur durch Fragen von den teilweise sehr gut moderierten Foren profietieren sollte, gehört es sich auch (wenn möglich) anderen Forenteilnehmern durch Antworten zu helfen. Wenn diese sich dann noch bedanken (was im echten Leben leider auch immer weniger wird) ist es gut für das eigene Ego.

    • Hallo Lara,
      danke für Deinen Kommentar. Das ist natürlich wünschenswert, dass Forennutzer sich auch einbringen und ihr Wissen teilen. Es gibt da aber auch einige positive Beispiele.

    • Liebe Lara,

      kann ich nur im vollsten Umfang bestätigen.

      Im Gegensatz zu Blogs kommen oftmals interessante Diskussionen auf, die ich nicht mehr missen möchte.

  • Hallo Hans,
    was hast du mit deinen beiden Projekten gemacht, ich sehe irgendwie nicht ganz durch 😉 Tages-gedanken.de und Foren-liste.de leiten zu dieser Domain um. War das der eigentliche Plan und warum gibt es Foren-liste.de nicht mehr? Fragen über Fragen! Bist du nicht mehr von den Foren überzeugt oder was trieb dich dazu, es so zu gestalten? Heute ist mein Kommentier-Freitag und ich wusste erst nicht, wo zuerst kommentieren, aber dann hier gelandet.

    • Hallo Alex,
      statt der tages-gedanken habe ich mir das künftig „so-gedacht“. Nennt sich theoretisch nur anders (lange Geschichte) und aus persönlichen Gründen war und bin ich es mir wert, ein wenig neu zu justieren. Ich bin darum bemüht, Artikel in ähnlicher Weise, wie bisher zu schreiben. Vielleicht mit einer etwas moderateren Schlagzahl.

  • Hallo Hans,

    schade, dass es die „Tagesgedanken“, nun so nicht mehr gibt … Schön aber, das Du Deinem Hobby, dem Bloggen, treu bleibst.
    Ich freue mich auf viele neue Gedanken von Dir.

    • Hallo ingo,
      danke für deinen Kommentar. Ja ist etwas schade, aber es ist ja „nur“ der Name. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, welcher Teufel mich geritten hat zu glauben, es ginge ohne das Bloggen. Die Schreiberei ist ja fast so etwas wie Medizin (für mich). Zeigt sich also, dass auch Blogs das Wohlbefinden fördern. Ich freu mich jedenfalls, wenn Du dem Blog treu bleibst. 😉

      • Hallo Hans,

        … und ich freue mich, dass Du die diese „Medizin“ weiterhin fleißig anwenden möchtest.

        Neuer Name? … schade aber so lange die Inhaltsstoffe, die gleichen bleiben, kann nicht schief gehen.

  • Hallo Hans 🙂
    Also, den Grundgedanken von Foren finde ich „spitze“. User tauschen sich über die verschiedensten Themen gegenseitig aus.
    In der Realität sieht die ganze Sache leider etwas Anders aus, wie ich in letzter Zeit bemerken musste. Man wird angepöbelt. beschimpft … sozusagen „klein“ gemacht. Null Netiquette.
    Enttäuscht und ohne Antwort auf meine Fragen verließ ich das eine oder andere Forum wieder.

    Einzig ein Senioren-Gartenforum. In diesem ging man auf herzliche und auch lustige Weise mit Respekt miteinander um, und auf jede Frage bekam man auch eine befriedigende Antwort.

    Naja, scheinbar fühlen sich manche Menschen in der Anonymität des Internets groß und mächtig.

    Hans schön, dass du wieder da bist.
    Liebe Grüße
    Nila

    • Hallo Nila,
      und vielen herzlichen Dank im Doppelpack.
      Ja, leider gibt es „Strategen“, die meinen pöbeln, trollen, oder sich wichtig machen zu müssen.
      Aber glücklicherweise gibt es auch positive Ausnahmen.
      LG Hans

  • Ich bin auch ein großer Fan von Foren. Je nach Thema sind Foren perfekt um neue Bekanntschaften zu schließen. Wir sind beispielsweise in einem großen Hundeforum aktiv und haben schon 2 Leute kennengelernt, mit denen wir nun zusammen Spazieren gehen.
    Foren sind, abgesehen von irgendwelchen Trollen, die man überall hat, wirklich klasse.

Ich freue mich auf und über Kommentare