Alltag

Der Wert einer Demokratie – Internationaler Tag der Demokratie

Alltag - Gedenktage - Jahrestage - Aktionstage

Der Begriff Demokratie stammt ursprünglich aus dem Griechischen. Er setzt sich zusammen aus: demos = Volk und kratein = herrschen. Man kann Demokratie also mit als Herrschaft des Volkes bezeichnen. Die Herrschaft wird durch das Volk selbst und in seinem Interesse ausgeübt.

Demokratie – Schlüsselelemente

Zu den Schlüsselelementen demokratischer Staaten zählen Grundfreiheiten und Grundrechte. Menschenrechte und deren Einhaltung sind Voraussetzung für ein demokratisches System. Die Entwicklung und das sich stark machen von Menschenrechten geht nur da, wo Menschen demokratisch leben und ihre Gesetze selbst gestalten und die gesetzgebende Gewalt, die ausführende Gewalt und die rechtsprechende Gewalt öffentlich kontrollieren können. Die Staatsgewalt muss an ein Recht gebunden sein, dass alle Menschen vor diesem Gericht gleich behandelt. Die Gewaltenteilung (legislative (gesetzgebende), exekutive (vollziehende) und judikative (Recht sprechende)) gehört zu den Prinzipien der Demokratie und ist im Grundgesetz fest verankert. siehe: Artikel 20 – Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland 

Deutschland ist übrigens eine repräsentative Demokratie: Die BürgerInnen herrschen durch gewählte Vertreter, die den Bundestag bilden. Dieser erlässt Gesetze stellvertretend für das Volk.

Demokratie – Wahlrecht

Eine offene, demokratische Gesellschaft macht aus: Respekt, Toleranz, Mitmenschlichkeit, Freiheit, Vielfalt und Chancengleichheit. Demokratie ist wertvoll und zu einem demokratischen Grundrecht zählt, frei wählen zu dürfen. In wenigen Tagen, am 24. September 2017 wählen wir den 19. Deutschen Bundestag. Man muss gar nicht so weit schauen, um zu sehen, wie wertvoll es ist, in einer Demokratie leben zu dürfen und sie mitzugestalten. Jede gültige Stimme kann mit entscheidend sein. Demokratie braucht auch (politische) Mitwirkung. Besonders auch, wenn Unsicherheit, Angst, Hass und Ausgrenzung eine zunehmende Rolle spielen. Die Wahlen sind frei bedeutet, dass jeder die Parteien und Politiker wählen darf, die er gut findet. Man darf niemanden zwingen, eine bestimmte Partei zu wählen. Man darf aber auch niemanden zwingen, überhaupt zur Wahl zu gehen.

Die Macht der Wähler und Bürger besteht darin, die zu wählen, die das Sagen haben. Wenn sie die Arbeit der gewählten Politiker nicht gut finden, können sie sie wieder abwählen. Daher ist es wichtig in gewissen Zeitabständen neu wählen zu können.

Hier mal eine Übersicht der Parteien, die zur Wahl stehen: bundeswahlleiter.de/../presse/../bundestagswahl-2017/

Und mal zwei Blogbeiträge zur Bundestagswahl:

  • Warum ein politischer Mensch, wie Horst, wahrscheinlich vom Recht Gebrauch macht, nicht wählen zu gehen, lässt sich >>hier<< nachlesen.
  • Dass sich auch junge Menschen und Erstwähler richtig Gedanken zur Wahl machen zeigt eine Beitragsreihe zu den Bundestagswahlen 2017 in Deutschland von Tabea und Nicole. Stellvertretend weise ich mal auf den Beitrag hin: Warum kleine Parteien wählen?

Demokratieindex

The Economist berechnet übrigens jährlich (seit 2006) den Demokratieindex, der den Grad der Demokratie in 167 Ländern misst. Dieser Index unterscheidet zwischen zwei Demokratietypen und zwei Regimetypen: Vollständige Demokratien, unvollständige Demokratien, Hybridregime (Mischformen aus Autokratie und Demokratie) und autoritäre Regime.

  • In 2016 ist Norwegen mit 9,93 von 10 das demokratischste Land der Welt.
  • Nordkorea (autoritäres Regime) rangiert mit 1,08 Punkten auf dem letzten Platz.
  • Deutschland liegt auf Rang 13 (vollständige Demokratie).
  • Amerika ist mittlerweile in der Kategorie: unvollständige Demokratie.
  • Die Türkei (Hybridregime) belegt Platz 93.
    Quelle: en.wikipedia.org/../Democracy_Index..

Der Index ab 2006 bis 2016: eiu.com/topic/democracy-index

Westeuropa ist (noch) führend in dem Index. Allerdings ist die Tendenz der Demokratisierung zu 2006 fallend. 2015 beobachtet die EIU (Economist Intelligence Unit) die angespannten Beziehungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten im Streit um die Flüchtlingsverteilung mit Sorge. Einige Staaten seien bedroht von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Siehe dazu auch: focus.de/../../.. wie-die-fluechtlingskrise-an-europas-demokratischer-ordnung-zerrt

Statistik

Eine Umfrage zur Demokratie-Zufriedenheit in Deutschland, ergab, dass im Frühjahr 2017..

  • 13 % sehr zufrieden
  • 60 % ziemlich zufrieden
  • 20 % nicht sehr zufrieden
  • 6 % überhaupt nicht zufrieden

.. waren
Quelle: de.statista.com

Die Statistik zur Umfrage in Deutschland zur Zufriedenheit mit der Demokratie in der Europäischen Union ergab, dass im Frühjahr 2017

  • 3 % sehr zufrieden
  • 44 % ziemlich zufrieden
  • 35 % nicht sehr zufrieden
  • 11 % überhaupt nicht zufrieden

waren
Quelle: de.statista.com

Fragt man junge Europäer aus den bevölkerungsreichsten EU-Ländern sowie Griechenland, kommt heraus, dass rund die Hälfte die Demokratie als die beste Staatsform ansieht.

  • 52 Prozent sind voll überzeugt
  • Für mehr als 26 Prozent ist Demokratie nicht besser als andere Staatsformen.
  • 9 Prozent glauben an bessere Alternativen
  • der Rest gab keine Antwort

Ergebnis einer Jugendstudie vom Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der TUI-Stiftung
siehe: tui-stiftung.de

Internationaler Tag der Demokratie

Morgen, am 15. September 2017 ist übrigens der Welttag der Demokratie, der im Jahr 2007 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen, als internationaler Tag der Demokratie festgelegt wurde. Das Ziel sind die Förderung und Verteidigung der Grundsätze (freie Wahlen, Mehrheitsprinzip, Respektierung politischer Opposition, Verfassungsmäßigkeit und Schutz der Grundrechte und Achtung der Menschenrechte).

Ich freue mich auf eure Ansichten und Kommentare.

12 Kommentare

  • Hallo Hans,
    da hast du ein gerade zur Zeit ausgesprochen wichtiges Thema aufgegriffen. Wir müssen wirklich aufpassen, dass unsere Demokratie nicht vor die Hunde geht. Fremdenfeindlichkeit, Hass und autoritäre Züge werden auch bei uns immer stärker. Deshalb finde ich es wichtig, dass am 24. möglichst viele Menschen zur Wahl gehen und demokratische Parteien wählen. Faschisten in der Regierung hatten wir schon mal – im Zweifelsfall mal in einem Geschichtsbuch die Zeit nach 1933 nachlesen. Das darf nicht wieder passieren.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    • Hallo Ann-Bettina,

      die derzeitige Entwicklung in Teilen der EU ist schon besorgniserregend. Genauso bei uns, wo immer mehr die Werte unseres Grundgesetzes und unseres Miteinanders infrage gestellt werden.

      Lieben Gruß
      Hans

  • Hallo Hans,

    ich hätte nicht gedacht, dass die Zahl der Zufriedenen so (relativ) gut ist. Ich fürchte aber, dass die Prozentzahlen der Anhänger sinken werden in den nächsten Jahren. Wir wollen es aber nicht hoffen.

    • Ehrlich gesagt finde ich insgesamt 26 % Unzufriedene mit Demokratie in Deutschland und sogar 46% Unzufriedene mit Demokratie der EU schon sehr hoch. Das erschreckt mich. Ich denke, dass wir alle gefragt sind – und das nicht nur an Demokratie-Feiertagen – für eine demokratische Gesellschaft einzutreten mit Wort und Tag.

  • Hallo Hans,

    Jetzt komme ich endlich dazu, hier auch zu kommentieren.

    Der Post ist dir einfach super gelungen und ich finde es toll, dass du gerade jetzt vor den Wahlen noch mal auf die Demokratie eingehst.
    Während ich bei Demokratie immer direkt an Wahlen denke, muss ich aber zugeben, dass ich unsere Grundrechte und alles immer nicht auf dem Schirm habe. Sie sind für mich einfach schon fast zu selbstverständlich, obwohl ich sie natürlich nach wie vor schätze. Vor allem die Meinungsfreiheit ist mir unheimlich wichtig.

    Den Artikel, warum da jemand nicht wählen will, werde ich mir dann morgen mal vorknöpfen. Denn ich bin ja eindeutig für das Wählen… Und gerade deshalb interessiert mich die Gegenposition.

    Liebe Grüße

    • Hallo Tabea,

      schön, dass du dir die Zeit genommen hast, den Artikel zu kommentieren. Danke herzlich dafür.

      Sich einzubringen und zu diskutieren gehört übrigens unbedingt zur Demokratie. Hoffentlich betrachten wir sie nicht als zu selbstverständlich, so dass wir aufhören zu diskutieren und uns zu kümmern. Wir müssen immer etwas dafür tun und sie leben.

      Lieben Gruß
      Hans

  • Guter Beitrag. Bin verwundert, dass das Feedback so zurückhaltend ist.
    Gerade in Zeiten, wo auch in unmittelbarer, europäischer Nachbarschaft die Demokratie mit Füßen getreten wird, schätze ich mich glücklich in einer leben zu dürfen. Sie ist kein Selbstläufer und wir müssen auf sie aufpassen. Sie hüten. Ab nächste Woche werden wir erfahren, ob und wie sich die Lage verändern wird und wie der Oppositionswind weht. Frisch oder beißend.

    • Hallo Jutta,

      ein bissel schade finde ich die Zurückhaltung auch, aber man kann und will ja nichts erzwingen. Danke dir herzlich für deinen Kommentar.

      Bin auch gespannt, in welche Richtung es politisch und stimmungsmäßig gehen wird. Ich vertraue da auf die etablierten Demokraten.

      Eine gute Woche.

      LG Hans

  • Hallo Hans,

    wieder ein sehr durchdachter und sehr gut geschriebener Beitrag von dir. Natürlich werde auch ich am kommenden Sonntag zur Wahl gehen und meine zwei Kreuze machen. Ich hoffe die allgemeine Politikverdrossenheit und Protestwähler werden sich nicht allzu sehr bemerkbar machen. Aktuell ist ja weltweit der Teufel los was Politik angeht. Es gibt immer mehr extreme Züge, sei es Amerika mit Trump, der Brexit, Marine Le Pen … wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass die Demokratie ernsthaft in Gefahr gerät. Ich bin einmal vorsichtig optimistisch, dass wir deutschen in der Mehrheit noch genug Verstand besitzen um „richtig“ zu wählen und vor allem überhaupt zur Wahl zu gehen.

    • Hallo Felix,

      ich teile deinen Optimismus grundsätzlich schon. Am Sonntag wird aber eine AfD gewählt, die vermutlich drittstärkste Fraktion und stärkste Oppositionsfraktion (in der Annahme, dass es zur GroKo kommt) wird. . Und somit stünde ihr der Vorsitz des Haushaltsausschuss im Bundestag zu. Ich bin ganz ehrlich. Demokratie ist toll, aber der Gedanke an das beschriebene Szenario bereitet mir ein klein wenig Bauchgrummeln.
      Zur Wahl gehen ist wirklich wichtig.

      HG Hans

Ich freue mich auf und über Kommentare