Rund um Internetforen

Anstand, Höflichkeit und Netiquette in Foren

Internetforen - Diskussionsforen

Hier und da begegnen uns auch im realen Leben Menschen, für die gutes Benehmen und Höflichkeit Fremdwörter sind. Wie ist es bestellt um Anstand, Höflichkeit und Netiquette in Foren? Fehlt es daran in Diskussionsforen, wo sich die Nutzer ja hinter dem Nicknamen verstecken können? Der Eindruck kann entstehen.

Natürlich ist das nicht zu verallgemeinern. Es gibt auch ganz viele Nutzer, die sich anständig zu benehmen wissen. Das Internet ist für uns Menschen mittlerweile schon lange kein Neuland mehr, und wir nutzen es als Informationsplattform einerseits und als Kommunikationsmedium andererseits. Bei einigen scheint sich das reale Leben immer mehr in die große virtuelle Welt zu verlagern. Daher ist es wichtig, dass auch im WWW die Regeln des guten Benehmen herrschen.

Das ist genauso, wie im real  life auch. Gehe ich auf eine Fete, stelle mich da nicht vor und motze direkt mal übers essen und die blöde Musik, dann ist die Wahrscheinlichkeit da unten durch zu sein, doch recht groß. Dass man auf die nächste Fete nochmal eingeladen wird, dürfte gegen unwahrscheinlich gehen.

Etiquette ist immer up to date

Einst entstand sogar ein Leitfaden, die Netiquette (Net = Internet und Etiquette). Damit soll ein anständiges Benehmen in der virtuellen Kommunikation geregelt surf-107865_640werden. Sie ist quasi ein Internet-Knigge, der darauf baut, dass sich Mitglieder an gewisse Verhaltensregeln halten und darauf schauen, dass auch andere diese  Regeln respektieren. Jeder Foren-Administrator hat in der Hand seine Netiquette vorzugeben, beziehungsweise zu erweitern oder anzupassen. Sicher wäre es am schönsten, man bräuchte solche „Gesetze“ nicht, aber die Erfahrung zeigt, dass auch ein Forum ohne nicht lange existieren könnte.

Menschen müssen sich einmal aneinander reiben. Höflichkeit aber ist das Fett, welches das Unangenehme des Reibens vermindert oder erleichtert. Friedrich Wilhelm Weber (1813 – 1894)

Warum sich manche Menschen im Netz schlecht benehmen, ist eine „Wissenschaft“ für sich. Der ein oder andere nutzt die Anonymität als Ventil seiner schlechten Laune. Er versteckt sich scheinbar hinter den Nick um zu stänkern. (A pros pos. Vor ein paar Jahren galt es als unbedingt höflich sich mit dem Klarnamen zu registrieren. Mittlerweile sind Nicks aber OK) Möglicher Weise sind es frustrierte Menschen, die real nichts zu sagen haben, und das Internet zum mitreden nutzen. Sie suchen Aufmerksamkeit, die sie normal nicht haben. Vielleicht die virtuellen Klassen-Kasper?

Höflichkeit ist klug

Forentrolle machen sich es ja quasi zur Hauptaufgabe ihrer Forenmitgliedschaft, zu stören. Oft schon hab ich mich gefragt, benehmen sich solche User zu Hause auch so daneben. All jene werden ja zu Hause auch eine Erziehung erfahren haben. Die Hemmschwelle sich schlecht zu benehmen ist im Internet aber niedriger.

Der Begriff Netiquette mag vielleicht schon ein wenig vergilbt sein. Ein wichtiger Leitsatz hat aber noch immer große und immer aktuelle Bedeutung: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“. Gegenseitiger Respekt ist wichtig. Obwohl man sich im Zeitalter von Shitstorms schon mal fragen kann, wo bleibt dieser Respekt bei manchen, die andere öffentlich an den Pranger stellen. Ein zweiter, sehr wichtiger Punkt der Netiquette ist: „Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann nochmal denken und dann erst posten!“

Regeln müssen sein?

In einem Forum halte ich es für unerlässlich, den vernünftigen Umgang miteinander zu „regeln“. Regeln sind wichtig um eine einheitliche Linie zu haben, an die sich auch Admins und Moderatoren halten, und zur Begründung heranziehen können (falls nötig). Sie sollen nicht gängeln. Für den Umfang gilt :“so viele wie nötig, so wenig wie möglich“. Ich war und bin seid mindestens 10 Jahren auch in Foren unterwegs. Als Administrator, als Moderator und als User. Ich habe kein einziges Forum kennen gelernt, wo es ohne Regeln funktioniert hätte. Ohne jetzt zu sehr en detail zu gehen, Forenregeln sollten individuell auf ein Forum/das Thema zugeschnitten sein.

Es gibt Muster für Forenregeln (ein Beispiel). Sie können meines Erachtens Ideengeber sein. Regeln sollten schon Sinn machen, und je nach Thema lässt sich das ein oder andere vielleicht auch lockerer sehen. Ich persönlich finde wichtig, sie von Beginn an zu haben, und sie bei Verstoß auch von Beginn an durchzusetzen. Junge Admins scheuen sich da manchmal, weil sie befürchten, da verliere ich aber schnell wieder den ein oder anderen User, und ich hbe ja sowieso noch nicht viele. Das ist so, aber es sind dann ja wohl auch User, auf die man getrost verzichten kann.

Ob man es beispielsweise zur Pflicht macht sich vorzustellen, das muss jeder für sich entscheiden. Urheberrechtsverstöße, Traffikklau u.s.w. würde ich bsp umgehend und ohne Gnade ahnden. Andere Forenmitglieder können erwarten, dass sie vernünftige Gespräche und konstruktive Diskussionen führen können. Und wenn da beleidigt, gefaked, gemotzt, gespamt, gepöbelt oder getrollt wird, dann sollte man dem zügig einen Riegel vorschieben. Natürlich muss nicht jeder Meinungsverschiedenheit reglementiert werden, und es gilt ein Geschick dafür zu entwickeln, Streit so zu schlichten, dass keiner als Verlierer da steht. Regeln durchzusetzen ist nicht immer einfach. Eigentlich müsste es selbstverständlich sein, seinem Gesprächspartner real oder virtuell Respekt entgegen zu bringen. Das ist es eben aber leider nicht immer.

Auch in Internetforen ist Wertschätzung ein wichtiges Thema. So sollte es zumindest sein. Tugenden wie: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Höflichkeit, Respekt sollten selbstverständlich sein. Auch in virtuellen Gesprächen tut ein freundliches und menschliches Miteinander gut. Wenn sich jeder vorbildlich verhält, dann steht dem friedlichen Forenbetrieb nichts im Wege.

..und schließlich

fazitHöflichkeit ist sowohl virtuell, als auch real nicht unmodern. Im Gegenteil. Sie wird in den meisten Fällen geschätzt. Man vergibt sich nichts und man kommt auch im Internet mit gutem Benehmen viel weiter. Wir können andere Prioritäten haben, anderer Meinung sein, etwas anderes cool finden. Dennoch kann man höflich und freundlich sein. Gegen Verwendung von Forenjargon sollte nichts sprechen. Schimpfwörter oder Vulgärsprache sollte man unterlassen.

In der langen Zeit im Internet habe ich viele „Stänkerer“ kennen gelernt, aber keinen, der sich letztlich lange halten konnte. Ein Indiz dafür, dass es sich lohnt sich gut zu benehmen, oder es sich lohnt, dazu zu lernen, wenn man den Knigge nicht so gut kennt. Als Administrator ist man gut beraten seine Regeln mit Bedacht zu erstellen, aber konsequent durchzusetzen wenn nötig. Ich finde sogar, dass Regeln keine Diskussionsgrundlage bilden sollten. Wenn überhaupt, dann Team-intern oder im Austausch mit anderen Admins

Eins noch: Jeder kann mal einen schlechten Tag haben, und jeder kann mal aus einer Wut heraus etwas unbedacht sagen. Wir sind ja schließlich alle Menschen mit Gefühl. Jeder kann sich aber auch entschuldigen. Eine solche Entschuldigung bewirkt da meisten „Wunder“. Und sie zeugt von gutem Benehmen.

Wie seht ihr das Thema?
Ist gutes Benehmen Grundvoraussetzung?
Oder seht ihr das „lockerer“?

Ich freue mich auf Eure Ansichten und Meinungen zum Thema Anstand, Höflichkeit und Netiquette in Foren. Ich habe nichts gegen kontroverse Meinungen, auch nichts gegen Kritik, so sie höflich formuliert sind.

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